Markt & Trends · 24. August 2026
IT-Fachkräfte im DACH-Raum:
was die Zahlen wirklich sagen.
Strukturelle Lücke, abgekühlte Nachfrage und 7,7 Monate Vakanzdauer: die aktuelle Studienlage aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der EU, nüchtern eingeordnet.
Wer gerade IT-Vorhaben plant, bekommt zwei scheinbar widersprüchliche Botschaften. Die eine: Der Fachkräftemangel ist strukturell und bleibt. Die andere: Die Nachfrage nach IT-Fachkräften ist 2026 spürbar zurückgegangen. Beides stimmt, und beides gehört in jede realistische Planung. Hier ist die aktuelle Studienlage, Land für Land.
Deutschland: Die Lücke schrumpft, das Problem bleibt
Nach der jüngsten Bitkom-Erhebung vom August 2025 fehlen der deutschen Wirtschaft rund 109.000 IT-Fachkräfte. Das ist deutlich weniger als die 149.000 aus der Erhebung zwei Jahre zuvor, eine Entwarnung ist es trotzdem nicht: 85 Prozent der befragten Unternehmen beklagen weiterhin einen Mangel an IT-Fachkräften, und 79 Prozent erwarten, dass er sich künftig verschärft.[1]
Die für Projektplaner wichtigste Zahl steht etwas versteckt in derselben Studie: Im Schnitt dauert es 7,7 Monate, bis eine freie IT-Stelle wieder gefüllt ist. Wer also im Herbst eine Stelle ausschreibt, um ein Projekt zu verstärken, das im Frühjahr startet, hat rechnerisch bereits verloren.
Die Nachfrage kühlt ab, aber sehr selektiv
Gleichzeitig zeigt der Hays-Fachkräfte-Index für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Dämpfer: Der branchenübergreifende Index fiel auf 36 Prozent, der Rückgang erreicht laut Hays inzwischen auch klassische Engpassberufe. Der IT-Teilindex liegt mit 59 Prozent klar über dem Gesamtmarkt, gab gegenüber dem Vorquartal aber ebenfalls stark nach. Spannend ist der Blick in die Details: Besonders stark sank die Zahl der Ausschreibungen für IT-Security-Fachleute und IT-Berater, während Datenbankentwickler als einzige Gruppe zulegten.[2] Unternehmen suchen also weiterhin IT-Kompetenz, aber gezielter und näher am unmittelbar messbaren Geschäftsnutzen.
Dieselbe Selektivität sieht Lünendonk im deutschen IT-Dienstleistungsmarkt: 2025 wuchsen die Anbieter im Inland nur um durchschnittlich 2,9 Prozent, für 2026 werden 7,5 Prozent erwartet. Bemerkenswert ist der Ausblick: 54 Prozent der befragten IT-Dienstleister rechnen bis 2028 mit einem rückläufigen Bedarf an Softwareentwicklern, 44 Prozent mit weniger Personal in Application Management und IT-Betrieb, als Folge erwarteter KI-Produktivitätsgewinne.[3] Der Engpass verschiebt sich von der Breite zur Spezialisierung.
Österreich und die Schweiz: dieselbe Richtung, eigene Zahlen
Für Österreich beziffert der Fachverband UBIT der Wirtschaftskammer den Mangel auf mehr als 28.000 fehlende IT-Fachkräfte, verbunden mit einem Wertschöpfungsverlust von 4,9 Milliarden Euro pro Jahr.[4] Allein für Wien nannte die Fachgruppe UBIT Wien Anfang 2025 rund 6.000 fehlende IT-Fachkräfte.[5]
Die Schweiz hat mit der Bedarfsprognose von ICT-Berufsbildung Schweiz die methodisch klarste Vorausschau im DACH-Raum: Bis 2033 entsteht ein Bedarf von rund 128.600 zusätzlichen ICT-Fachkräften. Bildungssystem (rund 44.400) und Zuwanderung (rund 29.800) decken davon nur einen Teil, es verbleibt eine Lücke von 54.400 Fachkräften, die zusätzlich ausgebildet werden müssten. 81 Prozent aller Schweizer ICT-Abschlüsse stammen aus der Berufsbildung.[6]
Und Europa insgesamt?
Der Rahmen dazu kommt aus Brüssel: Laut dem State-of-the-Digital-Decade-Bericht 2026 arbeiteten 2025 rund 10,5 Millionen ICT-Spezialisten in der EU, etwa die Hälfte des für 2030 vereinbarten Ziels von 20 Millionen. Der Frauenanteil liegt weiter unter 20 Prozent, und die EU bringt mit 2,7 ICT-Absolventen je 1.000 junge Menschen weniger Nachwuchs hervor als die USA (3,7) oder Großbritannien (4,6).[7]
Was das für dich bedeutet
Drei Befunde lassen sich sauber belegen. Erstens: Die strukturelle Lücke bleibt in allen drei DACH-Ländern und auf EU-Ebene groß, unabhängig von der aktuellen Konjunkturdelle. Zweitens: Die kurzfristige Nachfrage hat sich 2026 abgekühlt und zugleich stark ausdifferenziert. Gefragt sind Spezialisten mit unmittelbarem Geschäftsnutzen, nicht Breite. Drittens: Bei einer durchschnittlichen Vakanzdauer von 7,7 Monaten ist die eigene Personalsuche für zeitkritische Vorhaben schlicht zu langsam.
Genau an dieser Stelle setzen wir an: Wenn ein Projekt nicht sieben Monate warten kann, holen wir die passende Expertise aus unserem persönlichen Netzwerk dazu, in der Regel mit einem ersten Vorschlag innerhalb weniger Werktage. Nicht als Notlösung, sondern als planbarer Teil einer Strategie für einen Markt, der Spezialisierung schneller nachfragt, als die Bildungssysteme sie liefern.
Quellen
- Bitkom e. V. (2025): In Deutschland fehlen weiterhin mehr als 100.000 IT-Fachkräfte. Presseinformation vom 7. August 2025. bitkom.org (abgerufen am 24. August 2026).
- Hays AG (2026): Fachkräfte-Index Q2/2026. Pressemitteilung vom 4. August 2026. presseportal.de (abgerufen am 24. August 2026).
- Lünendonk & Hossenfelder GmbH (2026): Lünendonk-Listen 2026: IT-Dienstleistungsmarkt zeigt kaum Dynamik. luenendonk.de (abgerufen am 24. August 2026).
- Fachverband UBIT, Wirtschaftskammer Österreich (2024): 28.000 IT-Fachkräfte fehlen. IKT-Statusreport #8, Presseaussendung vom 29. Februar 2024. ots.at (abgerufen am 24. August 2026).
- Fachgruppe UBIT Wien, Wirtschaftskammer Wien (2025): Ohne IT-Fachkräfte keine Digitalisierung. Presseaussendung vom 17. Februar 2025. ots.at (abgerufen am 24. August 2026).
- ICT-Berufsbildung Schweiz / BSS Volkswirtschaftliche Beratung (2025): ICT-Bedarfsprognose: Bis 2033 müssen 54’400 zusätzliche ICT-Fachkräfte ausgebildet werden. September 2025. ict-berufsbildung.ch (abgerufen am 24. August 2026).
- Europäische Kommission (2026): State of the Digital Decade 2026. Bericht vom 17. Juni 2026, via Digital Skills and Jobs Platform. digital-skills-jobs.europa.eu (abgerufen am 24. August 2026).
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